Die Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) verfolgt die Pläne, die Zentrale des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes (ÄBD) im ehemaligen Kreiskrankenhaus in Bad Schwalbach zum 13. Dezember 2026 zu schließen.
Hierzu erklärt der SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Rabanus: „Der geplante Rückbau der ärztlichen Versorgung im Untertaunus bereitet mir große Sorge. Die geplante Schließung des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Bad Schwalbach bedeutet für Patientinnen und Patienten künftig unzumutbar weite Wege.
Mit dem geplanten Rückbau nimmt die KVH in Kauf, dass rund 11.250 Menschen und damit etwa sechs Prozent der Kreisbevölkerung künftig außerhalb der 30-Miuten-Erreichbarkeit leben, die für mindestens 95% der Bevölkerung gesetzlich vorgeschrieben ist. Von manchen Wohnorten dürfte die Fahrtzeit künftig bis zu einer Stunde und mehr dauern. Durch die mangelhafte ärztliche Versorgung entsteht ein unhaltbarer Zustand mit Gefahr für Leib und Leben. Der ländliche Raum würde so weiter an Attraktivität verlieren.
Hinzu kommt, dass die Fahrzeit mit dem Auto gemessen wird. Wer abends oder am Wochenende kein Auto zur Verfügung hat, erreicht faktisch gar keinen Standort mehr, denn Busverbindungen gibt es zu diesen Zeiten kaum. Der Hausbesuchsdienst kann diese Lücke in einem Flächenlandkreis nur begrenzt schließen. Die Folge wird sein, dass sich mehr Menschen direkt an die Notaufnahmen oder den Rettungsdienst wenden, auch ohne einen echten Notfall.
Leider liefen diverse Gesprächsangebote von Seiten der Lokalpolitik an die KVH ins Leere. Dass die verantwortlichen politischen Entscheidungsträger nicht in den Prozess einbezogen werden, stößt bei mir auf Unverständnis. Hinzu kommt, dass das Gesetz zur Reform der Notfallversorgung noch gar nicht verabschiedet ist und die KVH quasi in vorauseilendem Gehorsam die Schließung beschlossen hat.
Mein Appell an die Kassenärztliche Vereinigung ist deshalb einfach: Setzen Sie die Schließung aus und treten Sie in den Dialog mit dem Landkreis, den betroffenen Kommunen, der Ärzteschaft und dem Rettungsdienst an einem Tisch. Es geht nicht darum, notwendige Reformen zu blockieren, sondern darum, dass am Ende eine tragfähige Lösung für die Menschen im Untertaunus steht. Gerne biete ich meine Unterstützung hierfür an.“
